Meine 12 Tipps für produktiveres Arbeiten im Homeoffice
Für mich ist die Arbeit im Homeoffice ideal. Manchmal, aber eher selten, schreibe ich einen Text direkt nach einer Veranstaltung im Zug, in einem Restaurant oder auf einer Parkbank. Aber eigentlich bin ich nie so unter Zeitdruck, dass ein Bericht sofort fertig sein muss. Ich kann also gut in meinem Büro daheim arbeiten.
Mich würde interessieren, wie ihr das seht: Arbeitet ihr lieber im Homeoffice oder werdet ihr dort zu stark abgelenkt und bevorzugt deshalb eine Redaktion, einen Coworking Space oder ein Büro vor Ort?
Ich glaube, im Homeoffice gibt es vor allem zwei Typen von Menschen: Die einen arbeiten von morgens bis abends konzentriert durch und verfolgen konsequent ihre Ziele. Die anderen lassen sich schneller ablenken und schieben Aufgaben gerne vor sich her. Und wo ordne ich mich da ein? Ich bin da wohl eher ein „Mischwesen“.
Meine Erfahrung
Ich gebe es zu: Ich schaffe es nicht, jede Minute durchzuarbeiten. Und ich denke, wer regelmässig Pausen macht und auf seine Bedürfnisse achtet, schafft oft mehr als Menschen, die acht oder mehr Stunden ununterbrochen vor dem Bildschirm sitzen. Weder Mittagessen noch Kaffeepause finden bei mir am Schreibtisch statt. Und zwischendurch brauche ich auch Bewegung. Deadlines einzuhalten ist für mich dennoch kein Problem. Wie ich das hinbekomme, habe ich nachfolgend aufgeschrieben.
1. Starte den Tag wie einen echten Arbeitstag
Der Weg ins Homeoffice beträgt oft nur wenige Schritte. Genau das kann zum Problem werden. Wer direkt vom Bett an den Laptop wechselt, startet selten fokussiert in den Tag.
Schaffe dir eine feste Morgenroutine. Ziehe dich an, als würdest du ins Büro oder in die Agentur gehen, trinke in Ruhe deinen Kaffee und plane die wichtigsten Aufgaben des Tages. Dieser kleine mentale Übergang macht einen erstaunlich grossen Unterschied.
2. Die wichtigste Aufgabe zuerst erledigen
Viele Menschen beginnen ihren Arbeitstag mit E-Mails, Nachrichten oder Social Media. Dadurch verlieren sie oft wertvolle Konzentrationszeit.
Versuche einmal, die wichtigste und anspruchsvollste Aufgabe direkt am Morgen zu erledigen. Dann ist der Kopf noch frisch und die Wahrscheinlichkeit geringer, sich von Kleinigkeiten ablenken zu lassen. Natürlich funktioniert das nicht immer, vor allem wenn du auf eine wichtige E-Mail wartest. Aber wenn möglich, lass wenigstens das Handy auf der Seite.
3. To-do-Listen nutzen – aber realistisch bleiben
Eine gute Aufgabenliste kann Wunder wirken, sofern du damit deine Tage nicht völlig überplanst. Ich notiere mir jeweils maximal drei wichtige Hauptaufgaben. Alles Weitere ist ein Bonus. Das verhindert Frust und sorgt dafür, dass die wirklich wichtigen Dinge erledigt werden.
4. Kinder, Hund und Katze – ihr Platz ist nur ausnahmsweise im Büro
So schön Homeoffice auch ist: Kinder, Haustiere und Arbeit gleichzeitig unter einen Hut zu bringen, funktioniert meist nur bedingt. Natürlich gibt es Ausnahmen und manchmal lässt es sich gar nicht anders organisieren. Dauerhaft konzentriert arbeiten lässt sich so aber nur selten.
Wer schreiben, telefonieren oder an einem Projekt arbeiten muss, braucht zwischendurch einfach Ruhe. Auch der liebste Hund möchte irgendwann spielen, die Katze spaziert garantiert genau dann über die Tastatur, wenn es überhaupt nicht passt, und Kinder haben selbstverständlich Vorrang, wenn sie etwas brauchen.
Dieses „Problem“ habe ich selbst zwar nicht (mehr), aber es sollte hier auch genannt werden.
5. Einen festen Arbeitsplatz einrichten
Natürlich kann man gelegentlich vom Sofa oder Küchentisch aus arbeiten. Auch ein Liegestuhl auf dem Balkon oder im Garten bietet sich zwischendurch an, vor allem für Aufgaben, die nicht die volle Konzentration verlangen. Ein fester Arbeitsplatz signalisiert dem Gehirn jedoch, dass jetzt Arbeitszeit ist. Gleichzeitig hilft eine klare Trennung zwischen Arbeit und Freizeit dabei, am Abend besser abzuschalten.
6. Regelmässig aufstehen und bewegen
Wer im Homeoffice arbeitet, bewegt sich oft weniger als im Büro. Der Weg zum Drucker, zur Kaffeemaschine oder zum Besprechungsraum fällt weg. Da erzähle ich euch nichts Neues. Versucht trotzdem, mindestens einmal pro Stunde kurz aufzustehen. Ein paar Schritte durchs Haus, am Fenster tief durchatmen oder kurze Dehnübungen reichen oft schon aus, um neue Energie zu tanken.
7. Multitasking vermeiden
Früher hielt ich Multitasking für eine Stärke. Heute weiss ich: Es kostet vor allem Zeit und Konzentration. Wer ständig zwischen E-Mails, Telefonaten, Chats und den eigentlichen Aufgaben wechselt, verzettelt sich schnell.
Deshalb: Eins nach dem anderen! Und versuche zu vermeiden, dass Geschirrspüler und Waschmaschine lautstark verkünden, dass sie ausgeräumt werden möchten. Das Piepen stört auf Dauer garantiert. Wer auswärts arbeitet, kann die Geräte schliesslich auch nicht während der Arbeitszeit bedienen.
8. Ordnung schafft Klarheit
Ein chaotischer Arbeitsplatz sorgt oft auch für einen chaotischen Kopf. Deshalb räume deinen Schreibtisch regelmässig auf. Am besten schliesst du den Arbeitstag mit einer kurzen Aufräumrunde ab. Du wirst sehen, wie viel entspannter du am nächsten Morgen an einem ordentlichen Schreibtisch in den Tag startest.
9. Frische Luft und Pflanzen nicht unterschätzen
Gute Luft und eine angenehme Arbeitsumgebung beeinflussen die Konzentration stärker, als viele vermuten. Ich habe einige Pflanzen im Arbeitszimmer. Sie machen den Raum entspannter und sorgen für ein besseres Klima. Regelmässiges Lüften ersetzen sie natürlich nicht.
Gut zu wissen
Ein kurzer Spaziergang, frische Luft oder sogar ein Powernap helfen oft besser als eine weitere Tasse Kaffee. Unser Gehirn braucht regelmässige Pausen, um konzentriert und leistungsfähig zu bleiben.
10. Pausen sind kein Luxus
Gerade im Homeoffice vergessen viele Menschen ihre Pausen. Oft sitzt man stundenlang am Bildschirm und wundert sich später über die nachlassende Konzentration und Verspannungen.
Hier rede ich nicht vom kurzen Aufstehen zwischendurch, sondern von echten Pausen. Eine Viertelstunde am Vormittag und am Nachmittag sowie mindestens eine halbe Stunde über Mittag sollten mindestens drinliegen.
11. Perfektionismus ausbremsen
Ein häufiger Produktivitätskiller ist Perfektionismus. Nicht jede E-Mail muss perfekt formuliert sein. Nicht jedes Projekt benötigt sofort die ideale Lösung. Oft ist ein guter erster Entwurf wertvoller als stundenlanges Grübeln.
12. Feierabend bewusst einläuten
Eine der grössten Herausforderungen im Homeoffice besteht darin, den Arbeitstag auch wirklich zu beenden.
Entwickle eine feste Routine, um den Arbeitstag bewusst abzuschliessen. Räume den Schreibtisch auf, fahre den PC herunter und notiere die wichtigsten Aufgaben für den nächsten Tag. Das hilft, gedanklich abzuschalten und neue Energie für den nächsten Arbeitstag zu sammeln.
Fazit: Produktiv im Homeoffice – ohne Stress
Produktivität entsteht nicht durch Selbstoptimierung rund um die Uhr. Viel wichtiger sind eine gute Organisation, realistische Ziele und ausreichend Pausen.
Die besten Erfahrungen habe ich mit festen Gewohnheiten gemacht: morgens planen, Ablenkungen reduzieren, sich regelmässig bewegen und den Feierabend bewusst gestalten. Und es muss nicht immer jeden Tag alles gleich gut laufen. Es darf auch mal die ein oder andere Überstunde sein, oder der freie Nachmittag am See.