Ich wollte immer Kolumnen schreiben. Also mache ich es jetzt einfach.
Ich habe schon lange den Wunsch, Kolumnen zu schreiben. Allerdings nicht nach einem Briefing und auch nicht mit dem Druck, dass regelmässig etwas geliefert werden muss, sondern einfach dann zu schreiben, wenn ich etwas zu sagen habe. Es reizt mich, festzuhalten, was mich beschäftigt, was mich ärgert, überrascht, zum Nachdenken oder zum Lachen bringt oder manchmal auch einfach querliegt.
Gebucht wurde ich über die Jahre für vieles: Porträts, Interviews, Reportagen und Texte, die erklären, informieren oder eine Geschichte erzählen sollen. Eine Kolumne stand allerdings nie auf dieser Liste.
Warum ich immer wieder daran gedacht habe
Eine Kolumne darf persönlicher sein. Sie darf eine eigene Meinung haben. Sie darf Ecken und Kanten zeigen. Sie muss nicht alles erklären und auch nicht auf jede Frage eine fertige Antwort liefern. Das ist natürlich etwas anderes, als neutrale Berichterstattung für die Zeitung.
Vielleicht ist gerade das der Reiz: Eine Kolumne nimmt eine Beobachtung, einen Gedanken oder eine kleine Alltagssituation und betrachtet sie aus einer persönlichen Perspektive.
Eine Kolumne ist mehr als eine Meinung
Natürlich geht es bei einer Kolumne um eine persönliche Sichtweise, aber nicht darum, alles besser zu wissen oder grosse Wahrheiten zu verkünden. Eine gute Kolumne beobachtet, sie stellt Fragen und sie verbindet Erlebnisse mit Gedanken und manchmal entdeckt sie in einer kleinen Alltagssituation etwas, das es wert ist, sich näher damit zu befassen.
Hier kann ich mal ganz aus meiner Sicht schreiben, mit meinen Emotionen, Ansichten und Gedanken. Als Beobachterin und einfach als Mensch, der sich über Dinge wundert, sich freut oder kurz den Kopf schüttelt. Ich gehe (meistens) mit weit offenen Augen und Ohren durch die Welt. Und wie oft dachte ich mir schon: „Darüber müsste man mal schreiben!“
Und nun bin ich ehrlich gesagt selber schon ein bisschen gespannt, was es hier in Zukunft zu lesen geben wird.
Ich schreibe also jetzt Kolumnen, nicht regelmässig nach einem festen Rhythmus und auch nicht, weil ein Redaktionsplan es verlangt. Sondern dann, wenn ich wirklich etwas zu sagen habe und glaube, dass es euch interessieren könnte.
Eine Kolumne ohne Plan
Eine Kollegin hat mich einmal gefragt, ob ich eine Idee hätte. Sie musste für eine Lokalzeitung bis zum nächsten Morgen eine neue Kolumne schreiben und hatte absolut keine Ahnung, worüber sie schreiben sollte. Ich fand genau das eigentlich schon ein interessantes Thema: der Moment, in dem man etwas schreiben soll und plötzlich ist der Kopf leer.
Mein Vorschlag war deshalb: Schreib darüber. Und genau das tat sie. Wenige Tage später erschien ihre Kolumne über den Moment, in dem man schreiben soll und einfach keine Idee hat.
Vielleicht ist das manchmal der beste Weg. Nicht darauf warten, bis die perfekte Idee kommt. Sondern anfangen und schauen, wohin der Gedanke führt. Übrigens sind die meisten meiner Projekte bisher so entstanden: einfach drauf los und einige wurden tatsächlich erfolgreich. Wahrscheinlich erzähle ich euch später mal darüber.
Ich fange einfach an
Es wird kein festes Erscheinungsdatum geben. Fallen mir spannende Themen zu, könnt ihr hier darüber lesen und gerne auch diskutieren.
Ich wollte immer Kolumnen schreiben. Jetzt tue ich es einfach.